Gott erleben und weitergeben
Seit ich beim Tee-Mobil bin, ist eine Menge in meinem Leben passiert. Hier möchte ich euch ein paar Einblicke geben, was mich in den letzten Monaten alles bewegt und verändert hat.
Ich musste mich in den vergangenen Monaten sehr intensiv mit meiner eigenen Lebensgeschichte auseinander setzen, aber auch mit den Erfahrungen der anderen Teamler. Es war nicht immer einfach und ist auch immer noch eine Herausforderung für mich den ganzen Tag in Gemeinschaft zu verbringen und manchmal kaum eine ruhige Minute am Tag für mich allein zu haben. Auch wenn ich das Leben mit Geschwistern gewohnt bin, ist es doch noch einmal etwas anderes, wenn man kein eigenes Zimmer hat. Aber ich muss sagen, dass es bisher eine echt gute Zeit war. Man lernt sich durch das enge Zusammenleben noch einmal auf eine ganz andere Art und Weise kennen, besonders auch durch die Zimmergemeinschaften. Es ist einfach toll zu erleben, dass man abends noch lange über den Tag reden und sogar zusammen beten kann. Es ist für mich immer wieder überraschend zu sehen, wie Gott uns als Team zusammengestellt hat. Ich glaube, wenn ich meine Teamler im "normalen Leben" kennengelernt hätte, hätte ich nie etwas näheres mit ihnen zu tun gehabt. Dazu sind wir einfach viel zu unterschiedlich. Aber gerade diese unterschiedlichen Prägungen machen das Leben hier interessant. Wir können so viel voneinander lernen und es sind inzwischen tolle Freundschaften entstanden.
Auch mein Glaubensleben verändert sich hier von Tag zu Tag. Ich habe endlich nicht mehr das Gefühl, dass ich auf der Stelle trete. Ich muss mich jeden Tag neu viele Fragen stellen. Warum glaube ich das, was ich glaube? Was glaube ich eigentlich? Viele Dinge, die für mich ganz selbstverständlich zum christlichen Glauben gehörten, bekommen auf einmal eine neue Bedeutung.
Ich muss meinen eigenen Glauben hinterfragen. Wer oder was hat eigentlich meinen Glauben geprägt? Plötzlich gibt es so viele andere Meinungen zu einem Thema. Was ist eigentlich richtig? Eine echt spannende Sache, das herauszufinden. Durch die tägliche Andacht, das regelmäßige Bibellesen und viele, viele Erfahrungen mit Gott konnte ich schon so viel im Glauben vorankommen. Ich habe wirklich das Gefühl, dass mein Glaube lebendiger geworden ist. Und es tut mir gut, dass ich weiß, dass es viele andere gibt, die diesen Glauben mit mir teilen, und die das gleiche Anliegen haben, wie ich: Menschen für ein Leben mit Jesus Christus zu motivieren.
Ich habe in den letzten Monaten wirklich ein Herz für die Verlorenen bekommen. Angesprochen hat mich ein Vers aus Römer 10: "Wie sollen sie zum Glauben an Gott kommen, wenn sie nie von ihm gehört haben?" Genau das trifft den Nagel auf den Kopf. Immer und immer wieder treffen wir Menschen auf der Straße, die wirklich nichts über Jesus Christus wissen. Es erschreckt mich immer wieder, wie orientierungslos viele Jugendliche ihr Leben leben. Sie erinnern mich an Schafe, die keinen Hirten haben. In mir wächst von Tag zu Tag mehr die Sehnsucht ihnen von meinem Hirten zu erzählen; von Gott, demjenigen, dem ich mein Leben zu verdanken habe und der mir Orientierung gibt. Ich durfte in den letzten Monaten lernen mich von Gott gebrauchen zu lassen. Zunächst fragte ich mich, ob ich mich überhaupt trauen würde Menschen auf der Straße anzusprechen. Aber ich durfte immer wieder erleben, wie Gott mich in Gesprächen nicht alleine ließ, sondern selbst dabei war. Ich bin echt begeistert, wenn ich daran denke, wie Gott Menschenherzen während unserer Einsätze verändert. Und dass Jugendliche sich zu einer Tasse Tee in einen Bus einladen lassen, ist für mich bis heute unfassbar. Bis ich es nicht selbst miterlebte, konnte ich kaum glauben, dass diese Idee wirklich funktionieren würde.
Interessant finde ich bei unseren zahlreichen Einsätzen auch immer wieder, dass wir so viele verschiedene Städte und Gemeinden in ganz Deutschland kennenlernen. Und jede Gemeinde hat unterschiedliche Formen und vorallem Menschen. Einfach mal in andere Gemeinden reinschnuppern und beobachten, wie dort der Glaube gelebt wird, das finde ich immer wieder toll.
Meine Gaben und Fähigkeiten entdecken und auch mal neue Sachen ausprobieren - das ist Tee-Mobil. Ob Tanz oder Pantomime, Moderation einer Schulstunde oder eines Jugendabends, ob Andacht halten oder Zeugnis geben, Technik machen oder unterschiedliche Tätigkeiten im Haushalt ausführen. Man lernt eine Menge Neues und merkt dabei, was einem liegt und was nicht. Für mich ist es eine Herausforderung, aber ich möchte es nicht missen.
Willst du in deiner Beziehung zu Gott wachsen? Möchtest du mal etwas ganz anderes erleben, als all das, was du bisher in deinem Leben gesehen hast? Hast du ein Herz für die Menschen da draußen? Wenn du das auch erleben willst, dann komm doch zum Tee-Mobil. Denn genau das kannst du hier erleben. Ich habe es bisher nicht eine Minute bereut, diese Entscheidung getroffen zu haben und kann dir das Jüngerschaftsprogramm hier nur weiterempfehlen.
Ruth Tabea Detering


